Von Morten Thunø, replik.dk
Die neuesten Zahlen des Tinglysningsretten zeigen, dass im Jahr 2025 164.371 Vorsorgevollmachten erstellt wurden – der höchste Wert aller Zeiten. Damit ist die Vorsorgevollmacht jetzt das am weitesten verbreitete juristische Dokument in Dänemark und übertrifft sowohl Testamente als auch Eheverträge. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass weniger Vorsorgevollmachten abgelehnt werden, wenn sie zur Anwendung kommen.
In Rekordzeit ist dieses neue juristische Dokument zum meistgenutzten unter Dänen geworden.
Immer mehr Dänen entscheiden sich heutzutage dafür, eine Person zu bestimmen, die im Falle von Krankheit oder Unfall ihre finanziellen, persönlichen und gesundheitlichen Angelegenheiten regelt, falls sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. Die Vorsorgevollmacht hat daher schnell einen zentralen Platz in den privaten Dokumentensammlungen der Dänen eingenommen.
Explosiver Anstieg der Vorsorgevollmachten
Die neuesten Zahlen des Tinglysningsretten zeigen, dass 164.371 Dänen im Jahr 2025 eine Vorsorgevollmacht erstellt haben. Dies ist der höchste Wert seit der Einführung des Dokuments im Jahr 2017 und macht die Vorsorgevollmacht zum meistgenutzten juristischen Dokument in Dänemark, noch vor bekannteren Dokumenten wie Testamenten und Eheverträgen.
– Die Vorsorgevollmacht hat in Rekordzeit einen ganz besonderen Status erlangt und ist heute das bevorzugte juristische Mittel der Dänen, um sich und ihre Angehörigen in kritischen Situationen, in denen man nicht mehr selbst für seine wirtschaftlichen, persönlichen oder gesundheitlichen Belange sorgen kann, abzusichern, erläutert Chefjuristin Katrine Lindgaard Pedersen vom juristischen Beratungsunternehmen Replik.
Ein juristisches Dokument für alle
Der rasche Anstieg ist laut der Chefjuristin darauf zurückzuführen, dass die Vorsorgevollmacht eine breite Bevölkerungsgruppe anspricht. Heute betrifft das nicht nur ältere Menschen, sondern auch ganz normale Familien, die Klarheit darüber wünschen, wer in ihrem Namen handeln kann, wenn sie plötzlich nicht mehr dazu in der Lage sind.
– Es sind sowohl Ältere und Menschen mit krankheitsnahen Erfahrungen als auch Personen in risikoreichen Berufen. In zunehmendem Maße sind es aber auch Menschen mittleren Alters mit Familie, Haus und finanziellen Verpflichtungen, die festlegen wollen, wer in ihrem Namen handeln kann, wenn sie selbst plötzlich nicht mehr dazu in der Lage sind, sagt sie.
Weniger Ablehnungen – dennoch bleiben einige Fallstricke
Ein Einblick in das Familiengericht, das dafür zuständig ist, die Vorsorgevollmachten zur Anwendung zu bringen, zeigt zudem, dass weniger Vorsorgevollmachten abgelehnt werden. Im Jahr 2025 wurde etwa jede zehnte Vorsorgevollmacht abgelehnt, im Vergleich zu jeder sechsten 2024 und jeder fünften 2023.
Laut Replik sind Ablehnungen meist auf präzise und bekannte Fehler im Dokument zurückzuführen.
– Wir sehen unter anderem, dass die Erlaubnis zur Nutzung des MitID des Vollmachtgebers erteilt wird, was nicht möglich ist, da MitID persönlich ist. Außerdem treten Fehler auf, wenn Regelungen über Geschenke nicht ausreichend präzise sind. Hier muss klar hervorgehen, wer Geschenke erhalten darf, welche Art, welcher Umfang und welche Häufigkeit gewünscht sind. Andernfalls können die Bestimmungen nicht angewendet werden, und die Vorsorgevollmacht ist ungültig, erklärt Katrine Lindgaard Pedersen und fährt fort:
– Das kann ernsthafte Konsequenzen haben, weil die Vorsorgevollmacht oft in lebenswichtigen Situationen angewendet wird, in denen der Vollmachtgeber die Fähigkeit verloren hat, selbst Entscheidungen zu treffen und schnelle Maßnahmen erforderlich sind. In solchen Fällen können Fehler im Dokument Unsicherheiten schaffen und wichtige Entscheidungen über finanzielle und persönliche Angelegenheiten verzögern.

Daher betont sie, dass die große Verbreitung der Vorsorgevollmacht auch bedeutet, dass das Dokument korrekt ausgefüllt werden muss, um die Sicherheit zu gewährleisten, die sich viele Dänen wünschen, wenn das Bedürfnis entsteht.
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